Fermentierte Lebensmittel – Fermentation einfach erklärt

Fermentierte Lebensmittel – Fermentation einfach erklärt

Hinweis: Dieser Artikel erklärt das Prinzip der Fermentation und ihre Rolle bei Lebensmitteln und NEM. Die Inhalte stellen keine Heilversprechen dar. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an medizinisches Fachpersonal.

Das Wichtigste in Kürze

Thema Zusammenfassung
Was ist Fermentation? Ein Prozess, bei dem Mikroorganismen (Bakterien, Hefen, Schimmelpilze) Lebensmittel umwandeln
Bekannte Beispiele Sauerkraut, Joghurt, Käse, Bier, Kimchi, Natto, Kombucha, Sauerteigbrot
Ursprünglicher Zweck Haltbarmachung – bevor es Kühlschränke gab, war Fermentation eine der wichtigsten Konservierungsmethoden
NEM-Bezug Nattokinase wird durch Fermentation hergestellt – das Enzym entsteht als Produkt dieses Prozesses

Inhaltsverzeichnis

Was ist Fermentation?

Fermentation ist ein biochemischer Prozess, bei dem Mikroorganismen – Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze – organisches Material umwandeln. Dabei verändern sich Geschmack, Textur, Haltbarkeit und Zusammensetzung des Ausgangsprodukts.

Der Mensch nutzt Fermentation seit Jahrtausenden, lange bevor die zugrunde liegenden Mechanismen wissenschaftlich verstanden waren. Sauerkraut, Bier, Wein, Joghurt, Käse und Brot – all diese Lebensmittel verdanken ihre Existenz der Fermentation.

Im Kern passiert bei jeder Fermentation dasselbe: Mikroorganismen zersetzen Zucker, Proteine oder andere Bestandteile des Ausgangsmaterials und produzieren dabei neue Substanzen – Säuren, Alkohole, Gase oder Enzyme. Diese neuen Substanzen sind es, die den fermentierten Lebensmitteln ihre charakteristischen Eigenschaften geben.

Arten der Fermentation

Nicht jede Fermentation ist gleich. Je nach eingesetztem Mikroorganismus und Endprodukt unterscheidet man verschiedene Typen:

Fermentationstyp Mikroorganismus Produkt Beispiele
Milchsäuregärung Milchsäurebakterien (Lactobacillus u. a.) Milchsäure Sauerkraut, Joghurt, Kimchi
Alkoholische Gärung Hefen (Saccharomyces u. a.) Ethanol + CO₂ Bier, Wein, Sauerteig
Essigsäuregärung Essigsäurebakterien (Acetobacter) Essigsäure Essig, Kombucha
Alkalische Fermentation Bacillus-Bakterien Enzyme, Aminosäuren Natto, bestimmte afrikanische Gewürze
Schimmelpilz-Fermentation Aspergillus, Penicillium u. a. Enzyme, Aromastoffe Sojasoße, Miso, Blauschimmelkäse

Die alkalische Fermentation – der Typ, der bei Natto zum Einsatz kommt – ist in Europa kaum bekannt. Im Gegensatz zur Milchsäuregärung (sauer) oder alkoholischen Gärung entsteht hier ein alkalisches (basisches) Milieu. Die Bakterien (Bacillus subtilis) zersetzen Proteine und produzieren dabei unter anderem das Enzym Nattokinase.

Fermentierte Lebensmittel in Europa

In Europa hat Fermentation eine lange Tradition – auch wenn die wenigsten Menschen den Begriff im Alltag verwenden. Viele der bekanntesten europäischen Lebensmittel sind fermentiert:

Lebensmittel Fermentationstyp Herkunft
Sauerkraut Milchsäuregärung Deutschland, Mitteleuropa
Joghurt Milchsäuregärung Südosteuropa, Zentralasien
Käse Milchsäuregärung + Schimmelpilze (bei manchen Sorten) Europa, weltweit
Sauerteigbrot Milchsäuregärung + alkoholische Gärung Europa, Mittlerer Osten
Bier Alkoholische Gärung Mesopotamien, Deutschland (Reinheitsgebot)
Wein Alkoholische Gärung Mittelmeerraum
Essig Essigsäuregärung Weltweit

Die europäische Fermentationstradition basiert hauptsächlich auf Milchsäuregärung und alkoholischer Gärung. Die alkalische Fermentation – wie sie bei Natto stattfindet – hat in Europa keine kulinarische Tradition.

Fermentierte Lebensmittel in Asien

Asien hat eine noch vielfältigere Fermentationskultur als Europa. Besonders in Japan, Korea und China sind fermentierte Lebensmittel fester Bestandteil der täglichen Ernährung:

Lebensmittel Fermentationstyp Herkunft
Natto Alkalische Fermentation (Bacillus subtilis) Japan
Miso Schimmelpilz-Fermentation (Aspergillus oryzae) Japan
Sojasoße Schimmelpilz + Milchsäuregärung (Doppelfermentation) China, Japan
Kimchi Milchsäuregärung Korea
Tempeh Schimmelpilz-Fermentation (Rhizopus) Indonesien
Kombucha Essigsäuregärung + Hefegärung Ostasien (umstritten)

Natto nimmt unter den asiatischen fermentierten Lebensmitteln eine Sonderstellung ein: Es ist das einzige, bei dem die alkalische Fermentation mit Bacillus subtilis zum Einsatz kommt. Und es ist das einzige, bei dem als Nebenprodukt das Enzym Nattokinase entsteht.

Vergleich: Europäische und asiatische Fermentation

Aspekt Europa Asien
Häufigste Typen Milchsäuregärung, alkoholische Gärung Schimmelpilz-Fermentation, alkalische Fermentation, Milchsäuregärung
Typische Rohstoffe Milch, Kohl, Getreide, Trauben Sojabohnen, Reis, Gemüse, Tee
Bekannteste Produkte Käse, Joghurt, Sauerkraut, Bier, Wein Sojasoße, Miso, Natto, Kimchi, Tempeh
Alkalische Fermentation Keine kulinarische Tradition Natto (Japan), verschiedene afrikanisch-asiatische Gewürze
Stellenwert im Alltag Selbstverständlich, aber selten bewusst als „fermentiert" wahrgenommen Zentral – mehrere fermentierte Lebensmittel pro Mahlzeit sind üblich

Fermentation und Nahrungsergänzungsmittel

Fermentation ist nicht nur eine Methode zur Lebensmittelherstellung – sie spielt auch bei der Produktion bestimmter Nahrungsergänzungsmittel eine zentrale Rolle. Das bekannteste Beispiel: Nattokinase.

Das Enzym Nattokinase entsteht ausschließlich durch Fermentation. Es wird nicht chemisch synthetisiert, sondern von Bacillus subtilis-Bakterien während der Fermentation von Sojabohnen produziert. Der industrielle Herstellungsprozess nutzt kontrollierte Fermentationsbedingungen, um das Enzym in standardisierter Qualität zu gewinnen.

Aspekt Fermentation im Lebensmittel Fermentation für NEM
Ziel Geschmack, Textur, Haltbarkeit Gewinnung eines bestimmten Inhaltsstoffs (z. B. Nattokinase)
Endprodukt Das fermentierte Lebensmittel selbst (Natto, Joghurt etc.) Isolierter, gereinigter Inhaltsstoff in Kapselform
Standardisierung Chargenweise Variation normal Exakte Dosierung (z. B. 2.000 FU pro Kapsel)
Qualitätskontrolle Lebensmittelhygiene-Standards Laboranalyse jeder Charge (Reinheit, Aktivität, Schwermetalle)

Auch Vitamin K2 (MK-7), das natürlich bei der Natto-Fermentation entsteht, wird für NEM gezielt durch Fermentation hergestellt. Mehr dazu in unserem Artikel Vitamin K2 – Was du wissen solltest.

Warum die Fermentationsbedingungen die Qualität beeinflussen

Bei einem fermentierten Lebensmittel verzeiht der Prozess gewisse Schwankungen – ein etwas säuerlicheres Sauerkraut ist immer noch Sauerkraut. Bei der Herstellung von NEM-Inhaltsstoffen durch Fermentation ist die Kontrolle dagegen entscheidend.

Parameter Einfluss auf das Ergebnis
Temperatur Zu hoch oder zu niedrig verändert die Enzymproduktion und kann den Gehalt an Nattokinase reduzieren
Fermentationsdauer Zu kurz: nicht genug Enzym gebildet. Zu lang: Abbauprozesse können einsetzen
Bakterienstamm Nicht jeder Bacillus subtilis-Stamm produziert gleich viel Nattokinase – die Stammauswahl ist entscheidend
pH-Wert Das Milieu muss kontrolliert werden, um optimale Bedingungen für die Enzymproduktion zu schaffen
Rohstoffqualität Die Qualität der Sojabohnen beeinflusst das Fermentationsergebnis

Der vollständige Herstellungsprozess von der Fermentation bis zur fertigen Kapsel ist im Artikel Nattokinase Herstellung beschrieben.

Häufige Fragen

Was ist Fermentation einfach erklärt?

Fermentation ist ein natürlicher Prozess, bei dem Mikroorganismen (Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze) Lebensmittel umwandeln. Dabei entstehen neue Geschmacksrichtungen, Texturen und Substanzen. Bekannte Beispiele: Sauerkraut, Joghurt, Bier und Natto.

Welche Lebensmittel sind fermentiert?

Viele Alltagslebensmittel: Joghurt, Käse, Sauerkraut, Sauerteigbrot, Bier, Wein und Essig (Europa) sowie Sojasoße, Miso, Kimchi, Natto und Tempeh (Asien). Fermentierte Lebensmittel sind in fast jeder Esskultur der Welt verbreitet.

Was hat Fermentation mit Nattokinase zu tun?

Nattokinase ist ein Enzym, das ausschließlich durch Fermentation entsteht. Bacillus subtilis-Bakterien produzieren es, wenn sie Sojabohnen fermentieren. Für NEM wird das Enzym anschließend isoliert und standardisiert.

Was ist der Unterschied zwischen Milchsäuregärung und alkalischer Fermentation?

Bei der Milchsäuregärung (Sauerkraut, Joghurt) entsteht ein saures Milieu. Bei der alkalischen Fermentation (Natto) entsteht ein basisches Milieu. In Europa ist die Milchsäuregärung die vorherrschende Fermentationsmethode, die alkalische Fermentation hat keine europäische Tradition.

Ist Fermentation dasselbe wie Vergärung?

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe oft synonym verwendet. Wissenschaftlich ist „Gärung" ein Unterbegriff: Sie bezeichnet den anaeroben (sauerstofffreien) Stoffwechsel von Mikroorganismen. „Fermentation" wird im Lebensmittelbereich breiter verwendet und umfasst auch aerobe Prozesse wie die Natto-Herstellung.

Kann ich Natto selbst fermentieren?

Grundsätzlich ja – Natto lässt sich mit Sojabohnen und einer Starterkultur (Bacillus subtilis var. natto) zu Hause herstellen. Die Fermentation erfordert eine konstante Temperatur von ca. 40 °C über 22–24 Stunden. Das Ergebnis ist allerdings nicht standardisiert – der Nattokinase-Gehalt ist unbekannt und variiert. Mehr zum Lebensmittel selbst: Was ist Natto?

Fazit: Ein uraltes Prinzip mit moderner Anwendung

Fermentation begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden. Von Sauerkraut über Joghurt bis Bier – fermentierte Lebensmittel sind aus keiner Esskultur wegzudenken. Was sich geändert hat, ist die Präzision: Während traditionelle Fermentation auf Erfahrung und Zufall basierte, arbeitet die moderne Lebensmittel- und NEM-Herstellung mit kontrollierten Bedingungen, definierten Bakterienstämmen und standardisierten Ergebnissen.

Nattokinase ist ein Paradebeispiel für diese Entwicklung: Ein Enzym, das seit über tausend Jahren in einem japanischen Lebensmittel entsteht, wird heute durch kontrollierte Fermentation gewonnen, isoliert und in standardisierter Dosierung als Nahrungsergänzungsmittel angeboten.

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Rechtlicher Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Bei gesundheitlichen Fragen konsultiere bitte einen Arzt.

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