Nattokinase Herstellung – Vom Natto zur Kapsel erklärt

Nattokinase Herstellung – Vom Natto zur Kapsel erklärt

Hinweis: Nattokinase ist ein Nahrungsergänzungsmittel, kein Medikament. Dieser Artikel beschreibt den Herstellungsprozess und stellt keine Heilversprechen dar. Bei gesundheitlichen Fragen wende dich an medizinisches Fachpersonal.

Das Wichtigste in Kürze

Frage Kurzantwort
Woraus wird Nattokinase gewonnen? Aus Natto – fermentierten Sojabohnen, die mit dem Bakterium Bacillus subtilis var. natto beimpft werden
Wer hat Nattokinase entdeckt? Dr. Hiroyuki Sumi, 1987 an der Universität Chicago
Wie viele Schritte hat die Herstellung? 6 Schritte: Rohstoff → Fermentation → Extraktion → Reinigung → Verkapslung → Laborprüfung
Was misst die Qualität? FU (Aktivitätseinheiten) – sie zeigen die enzymatische Aktivität an
Ist Nattokinase vegan? Ja – Nattokinase selbst ist pflanzlich. Auf die Kapselhülle achten (HPMC = vegan, Gelatine = tierisch)

Inhaltsverzeichnis

Was ist Natto? Der Ausgangsstoff

Natto ist ein traditionelles japanisches Lebensmittel aus fermentierten Sojabohnen. Die Fermentation erfolgt mit dem Bakterium Bacillus subtilis var. natto – einem Bakterium, das natürlicherweise auf Reisstroh vorkommt. In Japan wird Natto seit über 1.000 Jahren gegessen, typischerweise zum Frühstück mit Reis.

Das Besondere an Natto: Die Fermentation erzeugt ein Enzym, das 1987 als Nattokinase identifiziert wurde. Dieses Enzym wird heute extrahiert und als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform angeboten.

Eigenschaft Natto (Lebensmittel) Nattokinase (NEM)
Form Fermentierte Sojabohnen Extrahiertes Enzym in Kapselform
Geschmack Intensiv, nussig, gewöhnungsbedürftig Geschmacksneutral (Kapsel)
Dosierung Variiert je nach Portion Standardisiert in FU pro Kapsel
Verfügbarkeit Asiatische Supermärkte, frisch oder tiefgekühlt Online, Apotheken, Drogerien
Vitamin K2 Natürlicherweise enthalten Je nach Produkt enthalten oder herausgefiltert

Die Entdeckung von Nattokinase

Nattokinase wurde 1987 vom japanischen Forscher Dr. Hiroyuki Sumi an der Universität Chicago entdeckt. Sumi untersuchte verschiedene Lebensmittel auf ihre enzymatische Zusammensetzung und identifizierte in Natto ein Enzym mit spezifischen Eigenschaften, das er „Nattokinase" nannte – zusammengesetzt aus „Natto" (dem Lebensmittel) und „Kinase" (einer Enzymklasse).

Jahr Ereignis
Ca. 1000 n. Chr. Erste dokumentierte Herstellung von Natto in Japan
1987 Dr. Hiroyuki Sumi identifiziert und benennt das Enzym „Nattokinase"
1990er Erste Nattokinase-Nahrungsergänzungsmittel kommen in Japan auf den Markt
2000er Verbreitung als NEM in Europa und Nordamerika
Heute Weltweit als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform erhältlich

Mehr zur Geschichte und Einordnung findest du in unserem Pillar-Artikel: Was ist Nattokinase?

6 Schritte: Vom Natto zur Kapsel

Die Herstellung von Nattokinase als Nahrungsergänzungsmittel ist ein mehrstufiger Prozess. Hier sind die 6 Schritte:

Schritt 1: Rohstoffauswahl – Die Sojabohnen

Am Anfang stehen Sojabohnen. Für die Nattokinase-Produktion werden in der Regel nicht-gentechnisch veränderte (Non-GMO) Sojabohnen verwendet. Die Bohnen werden gewaschen, eingeweicht und anschließend gedämpft, um sie für die Fermentation vorzubereiten.

Schritt 2: Fermentation – Bacillus subtilis

Die gedämpften Sojabohnen werden mit dem Bakterium Bacillus subtilis var. natto beimpft. Die Fermentation findet unter kontrollierten Bedingungen statt – typischerweise bei 37–45 °C über einen Zeitraum von 18–24 Stunden. Während dieser Phase produziert das Bakterium Nattokinase als extrazelluläres Enzym.

Parameter Typischer Wert
Bakterium Bacillus subtilis var. natto
Temperatur 37–45 °C
Dauer 18–24 Stunden
Ergebnis Fermentiertes Natto mit Nattokinase als extrazellulärem Enzym

Schritt 3: Extraktion – Enzym isolieren

Nach der Fermentation wird das Enzym Nattokinase aus dem Natto extrahiert. Dafür wird das fermentierte Material in eine Lösung gegeben, die das Enzym herauslöst. Anschließend werden die festen Bestandteile (Sojabohnenreste) abgetrennt – übrig bleibt eine enzymhaltige Lösung.

Schritt 4: Reinigung und Konzentration

Die Rohlösung wird in mehreren Schritten gereinigt und konzentriert. Dabei werden unerwünschte Bestandteile entfernt und die Enzymkonzentration erhöht. In diesem Schritt kann auch Vitamin K2 gezielt herausgefiltert werden – je nach Produktkonzept des Herstellers.

Das Ergebnis ist ein standardisiertes Nattokinase-Extrakt-Pulver mit einer definierten Aktivität, gemessen in FU (Aktivitätseinheiten).

Schritt 5: Verkapslung

Das Nattokinase-Pulver wird in Kapseln abgefüllt. Je nach Hersteller kommen pflanzliche HPMC-Kapseln (vegan) oder Gelatinekapseln zum Einsatz. Die Kapselmenge wird so dosiert, dass jede Kapsel die deklarierte FU-Zahl enthält – typischerweise 2.000 FU pro Kapsel.

Schritt 6: Laborprüfung und Freigabe

Bevor ein Produkt in den Verkauf geht, wird jede Charge von einem unabhängigen Labor geprüft. Die Analyse umfasst:

Prüfung Was geprüft wird
Identität Ist das enthaltene Enzym tatsächlich Nattokinase?
Aktivität Stimmt die deklarierte FU-Zahl pro Kapsel?
Schwermetalle Blei, Cadmium, Quecksilber, Arsen unter den Grenzwerten?
Mikrobiologie Gesamtkeimzahl, Hefen, Schimmel, E. coli, Salmonellen
Pestizide Rückstände aus dem Sojabohnen-Anbau

Erst nach bestandener Laborprüfung wird die Charge freigegeben. Mehr dazu, worauf du bei Laborzertifikaten achten solltest, findest du in unserem Kaufratgeber Nattokinase.

Wie entstehen die FU-Einheiten?

FU (Aktivitätseinheiten) messen die enzymatische Aktivität von Nattokinase. Sie entstehen nicht durch Zugabe von etwas, sondern sind das Ergebnis des Fermentationsprozesses: Je besser die Fermentationsbedingungen (Temperatur, Dauer, Bakterienstamm), desto höher die enzymatische Aktivität des produzierten Enzyms.

Die FU-Zahl wird im Labor gemessen und bestimmt, wie das Extrakt für die Verkapslung dosiert wird. Wenn der Rohstoff beispielsweise 20.000 FU pro Gramm enthält, werden für eine 2.000-FU-Kapsel 100 mg Extrakt abgefüllt.

Wichtig: Die mg-Angabe auf der Verpackung bezieht sich auf die Menge des Extrakts, nicht auf reines Enzym. Deshalb ist die FU-Angabe aussagekräftiger als die mg-Angabe.

Vitamin K2 im Herstellungsprozess

Natto enthält natürlicherweise Vitamin K2 (Menachinon-7, MK-7). Es entsteht als Nebenprodukt der Fermentation durch Bacillus subtilis. Im Herstellungsprozess gibt es zwei Möglichkeiten:

Variante Herstellungsschritt Ergebnis
Mit Vitamin K2 Vitamin K2 bleibt im Extrakt Endprodukt enthält natürliches Vitamin K2 aus der Fermentation
Ohne Vitamin K2 Vitamin K2 wird im Reinigungsschritt gezielt entfernt Endprodukt enthält kein Vitamin K2

Beides ist eine bewusste Produktionsentscheidung. Ausführlicher in unserem Artikel Nattokinase ohne Vitamin K2 – eine bewusste Entscheidung.

Qualitätssicherung in der Herstellung

Die Qualität einer Nattokinase-Kapsel hängt von jedem einzelnen Herstellungsschritt ab. Hier die kritischen Punkte:

Schritt Qualitätskriterium Was schiefgehen kann
Rohstoff Non-GMO Sojabohnen, Pestizidfreiheit Kontaminierte Bohnen → Rückstände im Endprodukt
Fermentation Kontrollierte Bedingungen, richtiger Stamm Falsche Temperatur/Dauer → niedrige FU-Ausbeute
Extraktion Schonende Extraktion, Enzymaktivität erhalten Zu aggressive Verfahren → Enzym verliert Aktivität
Reinigung Entfernung von Verunreinigungen Unzureichende Reinigung → Schwermetalle oder Keime
Verkapslung Exakte Dosierung, saubere Produktion Schwankende Füllmengen → FU-Angabe stimmt nicht
Laborprüfung Unabhängiges Drittlabor Eigenlabor oder keine Prüfung → keine Qualitätsgarantie

Bei Blattwerk360 wird jede Charge von einem unabhängigen Labor geprüft. Das Ergebnis ist ein Produkt mit 2.000 FU pro Kapsel, hergestellt in der EU, ohne unnötige Zusatzstoffe.

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Häufige Fragen

Wie wird Nattokinase hergestellt?

Nattokinase wird durch Fermentation von Sojabohnen mit dem Bakterium Bacillus subtilis var. natto gewonnen. Nach der Fermentation wird das Enzym extrahiert, gereinigt, standardisiert und in Kapseln abgefüllt. Jede Charge wird im Labor auf Aktivität und Reinheit geprüft.

Ist Nattokinase natürlich oder synthetisch?

Nattokinase wird durch einen natürlichen Fermentationsprozess gewonnen – nicht synthetisch hergestellt. Das Bakterium Bacillus subtilis produziert das Enzym während der Fermentation von Sojabohnen.

Enthält Nattokinase Soja?

Nattokinase wird aus Sojabohnen gewonnen. Das Endprodukt (Extrakt in Kapselform) enthält in der Regel nur das isolierte Enzym, nicht die Sojabohne selbst. Für Allergiker ist dennoch der Hinweis „aus Soja" auf der Verpackung relevant.

Was sind FU bei Nattokinase?

FU steht für Aktivitätseinheiten und misst die enzymatische Aktivität von Nattokinase. Die FU-Zahl ist aussagekräftiger als die mg-Angabe, weil sie zeigt, wie aktiv das Enzym tatsächlich ist. Der gängige Standard liegt bei 2.000 FU pro Kapsel.

Warum gibt es Nattokinase mit und ohne Vitamin K2?

Vitamin K2 entsteht als natürliches Nebenprodukt bei der Natto-Fermentation. Manche Hersteller belassen es im Endprodukt, andere filtern es im Reinigungsschritt gezielt heraus. Beides ist eine bewusste Produktionsentscheidung.

Ist Nattokinase vegan?

Nattokinase selbst ist pflanzlichen Ursprungs (Soja-Fermentation). Ob das Endprodukt vegan ist, hängt von der Kapselhülle ab: HPMC-Kapseln (Cellulose) sind vegan, Gelatinekapseln sind tierischen Ursprungs.

Wie wird die Qualität von Nattokinase geprüft?

Durch Laboranalysen eines unabhängigen Drittlabors. Geprüft werden Identität, FU-Aktivität, Schwermetalle, mikrobiologische Reinheit und Pestizidrückstände. Seriöse Hersteller stellen das Laborzertifikat (CoA) auf Anfrage zur Verfügung.

Fazit: Von der Sojabohne zur Kapsel

Nattokinase durchläuft einen mehrstufigen Prozess: von der Sojabohne über die Fermentation mit Bacillus subtilis, die Extraktion und Reinigung bis zur Verkapslung und Laborprüfung. Jeder dieser Schritte beeinflusst die Qualität des Endprodukts.

Worauf du beim Kauf achten solltest – FU-Einheiten, Laborzertifikate und Zusatzstoffe – erfährst du in unserem Kaufratgeber Nattokinase. Allgemeine Tipps zur richtigen Lagerung von Nahrungsergänzungsmitteln findest du ebenfalls im Blog.

Rechtlicher Hinweis: Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Bei gesundheitlichen Fragen konsultiere bitte einen Arzt.

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